Archiv für 2. Juli 2009
Schneckenralley, See wo normalerweise kein See ist!
Letzte Woche bekam ich lieben Besuch aus Niederösterreich. Wir wollten wandern, da es aber regnete wußten wir nicht recht, ob wir gehen sollen oder nicht. Richtig Lust hatte keiner von uns beiden, aber dann entschlossen wir uns doch für eine kleine Wanderung in die Hofalm. Gut ausgerüstet mit festen Wanderschuhen, Regenjacke, Kapperl und Schirm gingen wir durch den Ort Richtung Mautstelle. Wir überholten eine kleine Gruppe Kinder und Erwachsene, die alle eine Dose mit Blättern ausgelegt in der Hand hielten, und am Boden herum suchten. Ich fragte ein Kind: “Was sucht ihr denn?” “Wir haben Schneckenralley”, sagte dieses darauf und zeigte mir stolz seine Schnecken, die auf Blätter in der flachen Dose saßen. Natürlich alles Schnecken mit Häuser und keine “Nacktschnecken”. Die anderen Kinder umringten mich ebenfalls und jeder zeigte mir seine Schnecken-Ausbeute und sie erklärten mir: “Wer die meisten Schnecken findet ist Sieger und bekommt einen Preis”. ”Gertraud” die Kinderanimateurin vom Filzmooserhof, die die Kinder begleitete hatte diese Schlechtwetter-Idee. Die Kinder waren mit Feuereifer dabei und hatten riesigen Spaß bei der Schneckensuche und bemerkten überhaupt nicht das es regnete und kalt war. Gertraud erklärte mir, die Schnecken werden natürlich alle wieder auf der Wiese ausgesetzt und keiner Schnecke geschieht etwas.
Die Idee finde ich einfach großartig, Gertraud geht trotz schlechtem Wetter hinaus in die Natur und unternimmt etwas im Freien mit den Kindern. Ich denke viele Stadtkinder haben vorher noch nie eine Schnecke in der Hand gehabt.
Nach diesem netten Erlebnis wandern wir weiter über den Naturwanderpfad Richtung Hofalm. Mein Begleiter war fasziniert von den Steinen die am Weg, bzw. im Bach entlang des Weges lagen. Wir fanden weiße, grünliche, braune, dunkgelgraue, rote Steine - Steine in verschiedensten Formen und Farbschattierungen. Durch den Regen kamen die Farben der Steine noch intensiver heraus. Immer wieder nahm er die schönsten Steine mit, sein Rucksack wurde immer schwerer und schwerer und wir entschlossen uns kleine Steindeponien am Wegesrand zu machen um beim Heimweg die Steine aufzusammeln.
Wir wanderten so dahin und zweigten auf den Wanderweg, links der warmen Mandling Richtung Unterhofalm, ab. Auf einmal sehe ich einen See, wo ich vorher noch niemals einen See gesehen habe. Durch den vielen Niederschlag hatte sich in der Senke neben dem Weg ein See mit ca. 60 cm Tiefe, 10 m Länge und 4 m Breite gebildet. Beeindruckt schaute ich auf diesen See. Durch das glasklare Wasser bekamen die Gewächse, die in dieser Senke wachsen ganz intensive Farben und andere Dimensionen. Die Farne in intensivem grün, Sträucher mit braun-grünen Blättern bewegten sich im Wasser, Blumen in leuchtendem gelb, Steine und Wurzeln alles wirkte ganz anders, viel größer, fast unwirklich - irgendwie wie in einem Aquarium. Ich war fasziniert und habe so etwas vorher noch nie gesehen.

See mit der Blütenpracht
Wir wanderten weiter und nach ca. 20 Minuten erreichten wir die Unterhofalm, wir setzten uns an den Tisch am offenen Kamin. Feuer brannte im Kamin und wärmte uns, wir fühlten uns rundum wohl. Nach einem ausgezeichneten Mittagessen in der Unterhofalm schauten wir noch auf einen Kaffee und Topfenstrudel in der Oberhofalm vorbei. Plauderten etwas mit Monika und Harry den Hüttenwirten, schäkerten mit den Zwillingen “Moritz und Marie” - die ausgesprochen süß sind.
Beim Rückweg von der Oberhofalm tranken wir vom köstlichen Wasser der Meeräugelquelle beim Brunnen vor der Bögrainalm. Dieses Wasser ist so frisch und herrlich und jedes Mal wenn ich an diesem Brunnen vorbei komme trinke ich davon. Einige Einheimische und sogar ein paar Ramsauer fahren extra in die Bögrainalm und holen sich das “Meeräuglwasser”. Ich habe es selbst schon ausprobiert, mann kann das Wasser tagelang in einer Glasflasche stehen lassen, diese Wasser wird nicht abgestanden oder schal, es ist immer frisch.
Immer wieder regnete es am Rückweg, aber das machte uns gar nichts aus. Bei Regen duftet der Wald förmlich, die Gerüche des Holzes, der verschiedenen Sträucher, des Grases alles ist soooo intensiv. Die Luft ist so frisch und kühl, das kann doch nur gut für die Haut sein. Nachdem wir unsere Steine von den Steindeponien aufgesammelt haben sind wir am späten Nachmittag glücklich nach Hause gekommen.
Gott sei Dank haben wir uns aufgerafft und sind auch bei Regenwetter wandern gegangen. Es war wirklich ein wunscherschöner Tag, wir haben ihn sehr genossen.
Viel Spaß bei Ihrer nächsten Regenwanderung wünscht Ihnen
Eva