Archiv für September 2010
Die “i-Tüpfelchen” beim Filzmooser Almabtrieb
Es fasziniert mich immer wieder, mit wie viel Liebe die Bauern beim Filzmooser Almabtrieb ihre Tiere schmücken. Die Pferde bekommen Zöpfe, Maschen und Blumen in Mähne und Schweif. Die Kühe mit ihrem prächtigen Kopfschmuck und wunderschönen Glocken, wissen dass sie die Hauptattraktionen beim Almabtrieb sind. Selbst die Kuhglocken sind noch mit Blumen und Zweigerl verschönert. Und das kleinste Kälbchen ist mit einem selbstgebunden Halsschmuck geschmückt.
Nicht nur die Tiere sind fein herausgeputzt, natürlich auch die Bauersleute, die Sennerinnen und Senner sowie die Bauernkinder. Alle habe Blumen am Hut, im Haar oder im Dirndlausschnitt - einfach wunderschön.
Besonders nett anzusehen sind die kleinen Mädchen, mit ihren schönen Frisuren und die Buben zünftig in der Lederhose.
Die Details machen es einfach aus - überzeugen Sie sich selbst auf den nachfolgenden Bildern.











Filzmooser Almabtrieb - bei traumhaftem Herbstwetter
Die Hochzeitsschnalzergruppe auf ihren stattlichen Rössern machten den Weg für die Kälber, Kühe, Pferde und Schafe frei, denn rund 3000 Zuschauer säumten den Weg entlang des Ortszentrums.
Den Anfang bildete der Kirchgassbauer mit seinem wunderschön geschmückten Fleckvieh von der Aualm. Seine stattlichen Norikerpferde (Blauschimmel) durften beim Almabtrieb ebenfalls nicht fehlen. Klaus wurde von seinem Sohn Stefan und den beiden feschen Sennerinnen unterstützt.
Das Pinzgauer Rind (die ursprüngliche Heimatrasse unserer Region) wurden von Elisabeth und Christian Salchegger vom Bögrainhof liebevoll herausgeputzt. Sogar die kleinen Kälber bekamen einen selbst gebundenen Halsschmuck. Franz-Josef der Junior vom Bögrain führte mit der Glock-Kuh (Leitkuh) die Herde an, die restlichen Kälber und Kühe schön aufgekranzt (geschmückt) folgten dem Bögrainbauern. Elisabeth die Bögrainbäurin, versorgte die Zuschauer am Rand mit “Schnurraus” (kleinen Lebkuchenstückchen).
Zwischen den Viehherden fuhren zahlreiche liebevoll bis ins Detail geschmückte Pferdegespanne durch den Ort. Die Sennerin “Brigitte” von der Sulzkaralm gab im Frühling ihrem Alois das “Ja-Wort” - das jung vermählte Brautpaar durfte auf der Pferdekutsche vom Wallehenbauern Platz nehmen. Die Kutsche vom Hammerhof lenkte der Gabriel, er hatte eine wahrlich wertvolle Fracht mit, Magdalena, Samuel und die kleine Lena saßen hinten im alten Leiterwagen der von einem Haflinger gezogen wurde.
Das Noriker-Tragpferd vom Schoberhof wurde von Cornel einem exzellenten Pferdezüchter mit allerlei altem Alm-Hausrat bepackt. Die fesche Steffi durfte mit dem Tragpferd und seinem Fohlen durch den Ort marschieren.
Zwei alte Sputnik´s holten die Bauern vom Buschberg und Schlossbichl aus ihrer Tenne und richteten sie für den Almabtrieb besonders nett her. Georg Jäger vom Buschberg hatte etwas ganz besonderes mit - das Meeräugel Wasser. Die Meeräugelquelle entspringt bei der Bögrainalm und ist ein rechts drehendes gesundes, frisches Quellwasser. Kostproben davon gab es anschließend beim Bauernherbstfest am Dorfplatz.
Alois der Leopichlbaucher lenkte den Spuntnik vom Schlossbichl. Er hatte eine lustige Fuhr, Musikanten spielten auf, Schlossbichl Lois rührte Butter in einem alten Butterfass. Begleitet wurde das Gefährt von zwei “Geisböcken” - die ”Zwiesler Matthäus” fest im Griff hatte.
Das waren nicht die einzigen Oldtimer, zwei alte Traktoren, der Steyr Traktor Bj. 1954 mit Heuwagen vom Oberhof und ein etwas jüngerer Traktor vom Bögrainhof tuckerten ebenfalls durch den Ort.
Den weitesten Weg hatte das Fleckvieh von der Krahlehenhütte/Sulzenalm. Sie kamen mit etwas Verspätung im Ort an. Die Tiere waren wie jedes Jahr wunderschön von Marianne und Karl Haitzmann und ihren Kindern herausgeputzt.
Erstmals dabei war ein Pferdegespann vom Zwieslerhof, kutschiert wurde es von zwei Oberösterreichern, die eigens dafür anreisten.
Den Abschluss des Almabtriebes bildete die große Schafherde vom Oberhofbauern. Die Bergschafe wurde vom Rinderfeld heruntergeholt. Angeführt wurden die Schafherde vom langjährigen Schafhirten Nikolaus Rettenwender - in Filzmoos unter “Lass Niggei” bekannt. Der Oberhofbauer Christian Salchegger mit Hund “Fee” und seine Helfer Großberg Hans und Alfi trieben die Schafe nach.
Ein herzliches Dankeschön allen Bauern und Helfern die auf irgendeine Art und Weise beim Filzmooser Almabtrieb mitwirkten. Das Almabtriebsfest und das Krapfenfest am Sonntag wurden bestens und mit viel Engagement von Resi Laubichler (Ortsbäurin) und Michael Schörghofer (Unterhofalm - Gastwirteobmann) organisiert.
Nachfolgend noch ein paar Bilder vom Filzmooser Almabtrieb!
Termin Almabtrieb 2011: Montag, 19. September!
Herzliche Grüße
Eva Salchegger
Tourismusverband Filzmoos

Filzmooser Hochzeitsschnalzer

Steffi mit dem Noriker Tragpferd vom Schoberhof

Traktor vom Bögrain

Gespann vom Wallehenhof

Sputnik vom Buschberg

Die Nachwuchs-Sennerinnen „Eva Maria & Lena“

Gabriel lenkt die Kutsche vom Hammerhof

Pinzgauer Rind vom Bögrainhof

Kälbchen vom Bögrainhof

Sputnik vom Schlossbichl

Gespann vom Zwieslerhof
Das Filzmooser Kindl
Weißt du warum Filzmoos ein Wallfahrtsort ist und viele Menschen zum Filzmooser Kindl pilgern?
Es wird berichtet, dass in jener Zeit, als die Gegend von Filzmoos noch Viehweide war, zwei Hirten ein Glöcklein läuten hörten und dort, wo heute die 1820 erbaute Ursprungskapelle steht, ein geschnitztes Jesukind fanden, das läutete und die Schwurfinger hob. Dieses Jesukind soll von den Hirten in den Nachbarort Altenmarkt gebracht worden sein, über Nacht ist es aber wieder zu seinem Standplatz nach Filzmoos zurückgekehrt. Das Gnadenbild wurde in das “Peterskirchlein”, die heutige Dorf- und Wallfahrtskirche in Filzmoos, gebracht und aufgestellt. Ihm werden Heilungen und Errettung aus Nöten zugeschrieben. Auch heute noch pilgern zahlreiche Menschen zum “Filzmooser Kindl”, um Kraft zu tanken und Heilung zu finden. Seit der großen Innenrenovierung 1959-1961 hängt es als Mittelpunkt der Kirche beherrschend im goldenen Strahlenkranz über dem Hochaltar. Das Filzmooser Gnadenbild ist eine spätgotische Figur des segnenden Jesukindes.
Filzmoos ist nie eine der großen Wallfahrten gewesen. Es waren immer die stillen und einsamen Beter, die ihre Anliegen zum Filzmooser Kindl getragen haben. Immer wieder wird beim Filzmooser Kindl auch um Kindersegen gebetet und wie wir immer wieder hören - erfolgreich.
Dass es nicht wenige Pilger sind die nach Filzmoos kommen, verrät die tief ausgetretene Türschwelle unter der Kirchentür.
In der kommenden Vorweihnachtszeit gibt es den “Advent zum Filzmooser Kindl” mit Adventmarkt am Kirchplatz, Weihnachtsidylle in der Hofalm und einem netten Adventprogramm mit täglichen kleinen Adventveranstaltungen.
Mehr über den “Advent zum Filzmooser Kindl” in einer meiner nächsten Blog-Geschichten.
In weniger als 4 Monaten ist bereits Weihnachten - aber momentan genießen wir noch den Spätsommer und den Herbst mit all seinen bunten Facetten in Filzmoos.
Herzliche Grüße
Eva
