Alfred Hahn


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Es gibt ja so viel zu sehen - man muss nur die Augen aufmachen, dann entdeckt man oft Dinge, an denen man normalerweise vorbeischaut, sie gar nicht zur Kenntnis nimmt. Und doch gibt es viele interessante Motive in unserer schönen Landschaft

dachluke-2So eine alte Dachgaube wirkt durch eine einzige rote Blume sofort lebendig

Wer über das Rinderfeld wandert, entdeckt in der Wand rechts neben der Reißgangscharte einen Bewuchs mit Latschenkiefern, der ganz eindeutig den Buchstaben “B” bildet, deshalb heißt die Stelle bei uns auch: das “Latschen - B”. Dieses ist auch schon zu erkennen, wenn man von der Ruine der “Mattighofener Hütte” zur Oberhofalm wandert: Blickrichtung vom Hochkesselkopf etwas nach links unten

das Latschen - B

das Latschen - B

An Waldwanderwegen finden sich herrliche Wurzelgebilde: Hier ein Hase

hier ein Hase

hier eine Frauengestalt

hier eine Frauengestalt

dies ist der Wurzelsepp

dies ist der Wurzelsepp

und hier klebt ein Kugelfisch an einem Baum

und hier klebt ein Kugelfisch an einem Baum

Die Almwiesen erstrahlen in diesen Tagen in voller Blüte, die Artenvielfalt ist geradezu überwältigend. Das allerdings nur noch für wenige Tage, denn der Almauftrieb hat schon begonnen, und die Wiesen werden nun auch bald gemäht. In den höheren Regionen wird dann der Almrausch blühen und die diversen Orchideenarten, die man wiederum nur mit sehr offenen Augen erkennen kann

Almwiesenblumenstrauß

Almwiesenblumenstrauß

Die echten Bergfexen finden oben beim Hochkesseleck in Richtung Adameckhütte ein breites Band mit herrlichen Fossilien aus der Entstehungszeit unserer hiesigen Alpen, aber wenn man genau hinschaut, kann man auch in unteren Regionen des Rinderfeldes schon schöne Versteinerungen von Fischen, Muscheln, Schnecken finden:

fisch-2muschel-2versteinerung-2

Und an warmen, sonnigen Tagen Tagen kommen auch die Kreuzottern oder ihre Verwandten, die schwarzen Höllenottern, ans Tageslicht. Beide sind zwar giftig, greifen aber grundsätzlich keine Menschen an, wenn sie nicht belästigt werden

Kreuzotter

Kreuzotter

Jetzt hoffen wir auf einen schönen Sommer, so wie die beiden Schweinderln, die sich wohl auch gerade über’s Wetter unterhalten

was glaubst du, wie dieser Sommer wird??

was glaubst du, wie dieser Sommer wird??

Alfred

14.Mai 2010

Der Frühling ist da

Der Frühling ist ins Land gezogen, und die letzten Schneereste verschwinden jetzt auch in den Höhenlagen. Die Sulzenalm ist schon seit einer Woche komplett schneefrei, und weil heuer so wenig Schnee lag, gibt es auch keine Mützenspiegelung.

Mützenspiegel

Mützenspiegel

Die kleine Lacke bildet sich nur, wenn in der Sulzenalm viel Schnee gefallen ist und wenn dieser dann anfangs Mai reichlich Schmelzwasser bildet. Wenn wenig Wasser rinnt, versickert das sofort im Boden. Man muss natürlich auch bei idealen Wasserbedingungen oft Geduld aufbringen, wenn z.B. Wind aufkommt, zu viele Wolken am Himmel sind oder die Flugzeuge ewig lang anhaltende Kondensstreifen am Himmel hinterlassen. Für das obige Foto aus dem Vorjahr musste ich acht mal auf die Sulzenalm laufen (die Straße ist dann noch nicht schneefrei), bis ich endlich mit dem Bild zufrieden war.

In der Vorwoch blühten auf dem Almgelände noch Millionen Schneerosen (Christrosen), aber die sind jetzt schlagartig verblüht.

Schneerosen

Schneerosen

Zur Zeit blühen unzählige Schlüsselblumen, das Alpenglöckchen (Soldanelle) sowie der Frühligsenzian (Schusternagel)

alpenglockchenschusternagelIn wenigen Tagen wird die Sulzenalm nur noch in gelber Farbe leuchten, denn die Trollblumen bedecken ja das ganze Gelände.

Wenn der Schnee geschmolzen ist, erfreut sich das Auge nicht nur an den frischen Blüten, sondern man nimmt auch mit wenig Verständnis wahr, wieviel Müll die Menschen bei Wanderungen oder Kutschfahten neben Straßen und Wanderwegen platzieren. Zu meiner großen Freude konnte ich sehen, dass in dieser Woche Kinder der dritten Klasse mit Lehrkräften und freiwilligen Helferinnen diese Hinterlassenschaften einsammelten. Unglaublich, welche Mengen dabei zusammenkamen!!

Es ist auch unverständlich, wenn so viele Gäste offensichtlich Aversionen gegen die gepflegten Toiletten der Herbergsbetriebe, Gaststätten oder Almhütten haben und ihre “Duftmarken” direkt neben den Wanderwegen hinterlassen. Zu jeder Jahreszeit!

Meine Hochachtung gilt den Papierherstellern, die inzwischen nahezu unverrottbare “Tempos” etc. produzieren - diese zieren ja auf  lange Zeit die schönen Wanderwege.

Die Schafe des Oberhofes befinden sich bereits in der Alm, und es dauert auch nur noch 2 Wochen, bis wir wieder das Geläute der Kuhglocken hören können. Wir freuen uns schon alle auf einen schönen Almsommer!

Alfi

Der Almsommer ist zu Ende, und somit wird es auch in der herrlichen Hochalm des Rinderfeldes wieder ruhiger. Christian, der Oberhofbauer und ich, sein Freund und Helfer, haben vor kurzen an einem herrlich nebeligen Morgen die letzten 33 Rinder heruntergeholt, nachdem die Besitzer der Pferde diese kurz vorher schon heimgeholt oder auf die Niederalm gebracht haben. Nach einem derart schönen Almsommer wie heuer kommt einem das Almgebiet doch schon seltsam leer vor und so ruhig, weil ja auch die Glocken fehlen.

Abtrieb vom Rinderfeld

Jetzt beherbergt das Rinderfeld noch  gut 60 Schafe. Wir mussten diese ja auch einige Male ins Tal holen - einmal zur “Schafischö” und dann noch einmal zum Almabtrieb - Veranstaltungen, die zum Bauernherbst gehören. Jetzt sind die lieben Tiere wieder bei ihrem großen Loch in der Nähe des Reißganges und werden dort bleiben, bis der erste Schnee kommt.

Schafe beim Reißgang

Aber es gibt ja noch andere Tiere zu sehen, wie zum Beispiel “Bernhard und Bernhardette”, so habe ich die Murmeltiere getauft, die ich oft im Rinderfeld “beschleichen” konnte. Sie sind jetzt dabei, sich den Winterspeck anzufressen und Ihren Bau für den Winterschlaf herzurichten.

Berni+Bernhardette

Wer offenen Auges durch die Hochalm etwas abseits des Weges geht, kann hier und da auch schon mal eine Wasserlake finden, in der sich an schönen Tagen die Mütze, Kramer- und Grummetspitzen und der Sammetkopf spiegeln.

Rinderfeldwasser

Und wer vom Rinderfeld über den Steig 617 zur Hofpürglhütte geht, mus etwa auf halber Strecke höllisch aufpassen. Da ist bei einem Graben eine Querung mit einem Bergseil “abgesichert”, das sich jedoch in der linken Hälfte in Auflösung befindet und tunlichst nicht angerührt werden sollte. Ich habe das dem Alpenverein gemeldet, der Obmann der Sektion Linz, ist allerdings nach Ansicht von “Fachleuten”, u. a. des Hüttenwirtes der Hofpürglhütte, der Ansicht, dass dieses Seil noch durchaus tragfähig sei, obwohl von den ursprünglich 14 “Schnüren”, aus denen der Kern besteht, sechs bereits gerissen sind und lose herunterhängen und nur noch 3 Stück Spannung haben - die restlichen 5 hängen locker durch und würden also keinen Sturz mehr abfangen können. Also Vorsicht!

Sollbruchstelle

Vom Almabtrieb werde ich vielleicht gesondert berichten, aber ich muss hier unbedingt ein Bild einfügen das ein Huhn zeigt, das von einem Mädchen für den Almabtrieb herausgeputzt wurde. So werden auch die kleinen Tiere nicht vergessen!!

almabtrieb01

auch Pferde fühlen sich im Rinderfeld wohl

auch Pferde fühlen sich im Rinderfeld wohl

Schafherde auf dem Weg zur Unterkunft beim Reißgang

Schafherde auf dem Weg zur Unterkunft beim Reißgang

das ist also im Rinderfeld
das ist also im Rinderfeld

Eine der schönsten Hochalmen in Österreich ist das Rinderfeld in Filzmoos. Es gehört wie auch die Oberhofalm zum Besitz der Familie Salchegger vom Oberhof. Das gesamte Gelände erstreckt sich über 463 ha., davon sind etwa 150 ha reines Weidegebiet. Im Sommer finden hier ca. 110 Rinder, 20 Pferde und 120 Schafe ihr gesundes, würziges Almfutter.

Man erreicht das Rinderfeld über den Wanderweg 617, der zunächst durch schattigen Wald von 1350 m bis zum “Kasaboden” auf ca. 1600 m ansteigt. Ein Bach, der später unten in den Almsee mündet, mäandert hier durch eine schöne ebene Wiese. Der Weg 617 führt dann leicht ansteigend hinauf zum LINZER WEG unterhalb der Grummetspitzen. Nach links geht es in Richtung Hofpürglhütte, nach rechts führt der Steig dann durch das gesamte Rinderfeld - vorbei an Sammetkogel, Reißgang, Hochkesselkopf und Windleger auf die Eiskarlschneid, dem höchsten Punkt des Rinderfeldes (1990 m) und der Grenze zur Sulzenalm. Der höchste Grenzpunkt des Oberhof - Geländes ist der Gipfel des Torstein - 2948 m.

Außer den Weidetieren kann man im Rinderfeld zahlreiche Wildtiere sehen, sofern man sich ruhig verhält und mit offenen Augen durch die Landschaft geht. Rehe, Murmeltiere, Gämsen und gelegentlich Steinwild, ab und zu gibt es auch Schlangen zu sehen. Herrlich bunte Schmetterlinge genießen den Nektar der überwältigenden Blumenpracht.

Für Gäste, die mit Hunden unterwegs sind, sollte es eigentlich selbstverständlich sein, ihr Tier im Almgebiet an die Leine zu nehmen. Nicht nur wegen der Wildtiere, sondern besonders auch wegen der Weidetiere, die ungestört bleiben wollen. Und hier sind es in erster Linie die Schafe, die beim Anblick frei laufender Hunde in Panik geraten können und in unwegsames Gelände flüchten. Die hier grasenden Schafe sind ja eigentlich nicht domestiziert und an Hunde gewöhnt, da sie den Winter in den Stallungen verbringen und den ganzen Sommer über frei im Gebirge leben. Also bitte: Hunde im Almgebiet und auf Höhenwegen grundsätzlich an der Leine führen!