Coen Weesjes
- Jahrgang 1974, Holländer, Wanderführer, Skilehrer, Ortsstellenleiter der Bergrettung Filzmoos, Bergsteiger, Mountainbiker, Hobbyfotograf.
Beiträge:

Der Winter ist für die Filzmooser Bergrettung eine ruhige Jahreszeit. Die Unfallopfer auf den Pisten werden von den Mitarbeitern der Bergbahnen versorgt.
Etwa Sechsmal in der Saison macht die Bergrettung Pistendienst während offiziellen Skirennen. Verletzte Skifahrer außerhalb der Pisten oder Suchaktionen gibt es vereinzelt. Lawinenabgänge, bei denen Personen betroffen sind, kommen im Filzmooser Einsatzgebiet nur selten vor. Um für den Ernstfall gerüstet zu sein, werden die Bergretter regelmäßig geschult. Schulungen in den Bereichen Erste Hilfe, Schnee- und Lawinenkunde sind im Winter wichtige Themen. Aber auch Orientierung, Bergungen aus schwierigem Gelände oder Einsatzorganisation werden übungsweise durchgeführt. Natürlich sind die Bergretter in ihrer Freizeit oft in den Bergen unterwegs, um fit zu bleiben.

Vergangene Woche haben wir eine gelungene Lawinenübung durchgeführt. Die Annahme war ein Lawinenabgang hinter der Rettensteinhütte, wo 5 Personen verschüttet wurden. Nach kurzem Anmarsch konnten innerhalb von 10 Minuten 4 Personen mittels LVS (Lawinenverschüttetensuchgerät) gefunden werden. Die 5. Person (eine Puppe) musste mittels Sondieren geortet werden (Foto).
Obwohl die Wintersaison für Pistenskifahrer schon fast wieder vorbei ist, fängt die Skitoursaison jetzt erst richtig an. Mit den Skiern hinaufgehen und über unberührte Hängen hinunterfahren. Einfach herrlich!
Der Winter war bis jetzt vergleichsweise „Schneearm“, was bedeutet, das die Schneehöhe den ganzen Winter über nicht extrem war. Zum Skifahren war es trotzdem immer wieder traumhaft! Auch Dank des„Kunstschnee´s“.

Wer sich im Winter außerhalb der Pisten bewegt, muss sich mit der Lawinengefahr und -beurteilung auseinandersetzen.
Ein Winter mit wenig Schnee heißt nicht automatisch weniger Lawinengefahr. Ganz im Gegenteil! In schneearmen Wintern gibt es in der Regel mehr Lawinen(opfer) als in Wintern mit viel Schnee. Die Berichte in den Medien haben es uns erneut gezeigt.
Wenn man sich abseits der Piste begibt, soll man immer die 3 wichtigsten Ausrüstungsgegenstände mithaben; ein LVS-Gerät (ein Kästchen, das ein Signal sendet und womit man auch suchen kann), eine Sondiersonde (für die Feinortung) und eine Schaufel (um den Verschütteten rasch ausgraben zu können).
Für diejenigen, die es interessiert, am Montagabend um 20:15 Uhr läuft eine Serie auf ATV über die Bergrettung, wo verschiedenste Einsätze gezeigt werden.
Viel Skispaß wünscht euch,
Coen
Soviel Neuschnee ist doch ein wenig ungewohnt für den 14. Oktober….
Obwohl es nicht mehr viele Wandermöglichkeiten gibt, kann man doch noch einige schöne Touren unternehmen. Ein bisschen wärmer anziehen, Schneeschuhe mit und….. los geht´s!
Trotz Wind und Schnee sind wir mit Schneeschuhen von Filzmoos in die Hofalmen gewandert. Einfach querfeldein. Mit soviel Schnee braucht man keine Wanderwege mehr…
Schöne Schneeschuhwanderungen wünscht euch,
Coen
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Richting Hofalmen
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Richting Hofalmen
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Richting Hofalmen mit Schneeschuhe
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Wegweiser Richtung Latschenstüberl
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Terrasse Latschenstüberl
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Kapelle Mandlberggut
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Schneehaube
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Tiefe Winter
Für eine Vergrößerung, ein zweites mal auf das Bild klicken.
Wollte euch diese Bilder nicht vorenthalten… (im 2.Fenster noch mal klicken für Vergrößerung)
Sonnenuntergang bei der Gablonzer Hütte, genossen während einer 2-tägigen Hüttentour. Die Steinböcke am Steiglpass haben wir aus 7 Meter Entfernung fotografieren können! Für meinen Wandergast war es seine erste Hüttentour: “Eine super Tour, ein echtes Erlebnis”.
Route: Filzmoos - Th. Körner Hütte - Übernachtung auf der Gablonzer Hütte -
2. Tag: Steiglweg - Steiglpass - Hofpürglhütte - Filzmoos.
Als Anfänger-Hüttentour das Beste!
Schöne Hüttentouren wünscht euch,
Coen
Bewaffnet mit Stemmeisen, Bohrmaschine, Ketten und Bohrhaken ging es am vergangenen Sonntag-Früh auf die Große Bischofsmütze. Normalerweise lassen wir solche Utensilien beim Bergsteigen zuhause aber wir hatten keine normale Bergtour im Sinne. Geplant war eine Säuberungsaktion in der so-genannten ”Mützenschlucht”.
Voriges Jahr ist in der “Mützenschlucht” ein sehr großer Felsblock ausgebrochen und hat den Normalweg weitgehend verändert. Viel lockeres Gestein ist liegen geblieben und gefährdete die Bergsteiger die sich im Normalweg befanden. Um ernsthafte Verletzungen zu vermeiden war es dringend notwendig dieses Gestein zu entfernen.
Initiator dieser Säuberungsaktion ist der Hüttenwirt der Hofpürgelhütte und Bergführer Heinz Sudra. Heinz hat eine langjährige Erfahrung beim Einrichten vom Kletterrouten. Mittlerweile hat er über 320 Alpine- und Sportkletterrouten in Filzmoos eingerichtet und saniert. Gemeinsam haben wir den Normalweg von viel lockerem Gestein befreit und gleichzeitig alle Standplätze im Normalweg mit Abseilketten abgesichert, damit die Route Normgerecht eingerichtet ist und die wunderschöne Bischofsmütze wieder sicher bestiegen werden kann! Der Schwierigkeitsgrad bleibt unverändert (III).
Während der ganzen Aktion war die Bischofsmütze gesperrt. Obwohl das Wetter besser als gemeldet war (trocken statt Regen) haben wir keine Bergsteiger zurück schicken müssen und haben flott arbeiten können. Nach einigen Stunden graben, stemmen, Steine schmeißen, bohren und schrauben waren wir um etwa 14 Uhr fertig mit der Felsräumung und Sanierung. Mit wohlverdienten Hüttennockerl auf der Hofpürglhütte haben wir die Aktion “Rolling Stones” erfolgreich beendet.
Schöne, unfallfreie, Bergtouren wünscht euch,
Coen
Foto 1: Heinz Sudra beim Einbohren eines Bohrhaken. Am Foto ist der ausgebrochene Felsblock (10 x 5 x 3 Meter) in der Schlucht zu sehen. Ich stehe direkt an der Ausbruchstelle.
Foto 2: Rechts oben am Foto die Ausbruchstelle, Links unten der ausgebrochene Felsblock mit zahlreichen lockerem Gestein.
Foto 3: Die rote Linie ist die neue Variante und führt über eine 5 Meter hohe Wand am Block vorbei. Die blaue Linie ist die alte, jetzt blockierte Variante.
“Super Wetter!”, “Eine wunderschöne Wanderung!”, “Ich fühle mich 10 Jahre jünger!”.
So stehen wir oben am “Kampei”, ein Jungbrunnen und schauen über die Aualm und Hofpürglhütte auf Filzmoos. Weiter weck sehen wir den Rettenstein, den Torstein und die Gipfeln der Niederen Tauern.
Nach einem Schluck aus der Kamplbrunnquelle ist die Anstrengung vergessen und wir genießen die Landschaft und Stille.
Drei Stunden haben wir gebraucht, über Almwiesen und Schneefelder, über markierte Wanderwege und nicht markierte Jägersteige. Eine leichte Wanderung war es sicher nicht, aber wir haben es geschafft und sind zufrieden. Meine Gäste über ihre Leistung und ich bin zufrieden, dass ich meine Gäste zum Kamplbrunn hinauf führen durfte.
Als wir unsere Glasflasche mit wertvollem Wasser gefüllt haben, geht es über blumenreiche Almwiesen zur Sulzkaralm, wo uns die wohlschmeckende Kasjausn erwartet. Müde aber zufrieden wandern wir zur Aualm zurück.
Schöne Wanderungen wünscht euch,
Coen

Kamplbrunn, 1945 m.
Es ist Samstag, kurz nach 16 Uhr, als ich gerade meinen Platz in unserer ‘Wander-Kanzlei’ einnehme und eine 4-köpfige Familie hereinkommt. Vater, Mutter und zwei Kinder im Volksschulalter. Die Familie ist das erste Mal auf Wanderurlaub und hätte gerne einige Wandervorschläge. “Wir haben uns die Wanderkarte angeschaut und möchten gerne mit unseren Kindern einige blaue Wanderungen gehen, da die roten Wanderungen für unsere Kinder wohl zu anstrengend sind”, meint die Mutter. Was der Vater bestätigt: “Genau! Welche leichten Wanderungen können Sie uns empfehlen?”
Viele Eltern stellen mir im Büro diese Frage. Die meisten von ihnen sind verwundert, wenn ich sage, dass es mit Kindern besser ist, rote Wanderwege zu gehen als blaue.
Wieso? Für Kinder sind die leichten Wanderwege, meist Forststraßen, sehr langweilig. Kinder brauchen Abenteuer und Abwechslung beim Wandern. Es darf ruhig einmal steil bergauf gehen oder länger dauern, bevor man eine Rast macht. Das Wichtigste ist für Kinder das Abenteuer. Was kommt nach der nächsten Kurve? Ein Bach zum Spielen? Oder noch besser, ein Bach zum Durchqueren? Vielleicht Baumwurzeln zum Darübersteigen? Ein steiler Steig mit Steinen zum Draufsteigen?
Ein kleines Beispiel von vielen:
Am Beginn einer Wanderung auf einer Forststraße sagte mir ein 9-Jähriger, dass seine Beine so müde sind. Nach 5 Minuten ging es durch einen Wald steil über einen Steig weiter. Die Müdigkeit war vergessen und der Junge rannte ein kurzes Stück hinauf, kam wieder zurück zu seinen Eltern, erzählte, was er gesehen hatte, und rannte wieder nach vorne, damit er als Erster die Strecke erkunden konnte. So ging es die ganze Wanderung weiter. Von Müdigkeit war keine Rede mehr.
Auch in Zeiten von Fernsehen, Computerspielen und Internet-Surfen sind Kinder noch für das Wandern zu begeistern, nur der Wahl der Wanderung muss stimmen.
Schöne Wanderungen wünscht euch,
Coen