Archiv für die Kategorie „Klettern“

Felsräumung Bischofsmütze

Bewaffnet mit Stemmeisen, Bohrmaschine, Ketten und Bohrhaken ging es am vergangenen Sonntag-Früh auf die Große Bischofsmütze. Normalerweise lassen wir solche Utensilien beim Bergsteigen zuhause aber wir hatten keine normale Bergtour im Sinne. Geplant war eine Säuberungsaktion in der so-genannten ”Mützenschlucht”.

Voriges Jahr ist in der “Mützenschlucht” ein sehr großer Felsblock ausgebrochen und hat den Normalweg weitgehend verändert. Viel lockeres Gestein ist liegen geblieben und gefährdete die Bergsteiger die sich im Normalweg befanden. Um ernsthafte Verletzungen zu vermeiden war es dringend notwendig dieses Gestein zu entfernen.

Initiator dieser Säuberungsaktion ist der Hüttenwirt der Hofpürgelhütte und Bergführer Heinz Sudra. Heinz hat eine langjährige Erfahrung beim Einrichten vom Kletterrouten. Mittlerweile hat er über 320 Alpine- und Sportkletterrouten in Filzmoos eingerichtet und saniert. Gemeinsam haben wir den Normalweg von viel lockerem Gestein befreit und gleichzeitig alle Standplätze im Normalweg mit Abseilketten abgesichert, damit die Route Normgerecht eingerichtet ist und die wunderschöne Bischofsmütze wieder sicher bestiegen werden kann! Der Schwierigkeitsgrad bleibt unverändert (III).

Während der ganzen Aktion war die Bischofsmütze gesperrt. Obwohl das Wetter besser als gemeldet war (trocken statt Regen) haben wir keine Bergsteiger zurück schicken müssen und haben flott arbeiten können. Nach einigen Stunden graben, stemmen, Steine schmeißen, bohren und schrauben waren wir um etwa 14 Uhr fertig mit der Felsräumung und Sanierung. Mit wohlverdienten Hüttennockerl auf der Hofpürglhütte haben wir die Aktion “Rolling Stones” erfolgreich beendet.

Schöne, unfallfreie, Bergtouren wünscht euch,

Coen

Foto 1: Heinz Sudra beim Einbohren eines Bohrhaken. Am Foto ist der ausgebrochene Felsblock (10 x 5 x 3 Meter) in der Schlucht  zu sehen. Ich stehe direkt an der Ausbruchstelle.

Foto 2: Rechts oben am Foto die Ausbruchstelle, Links unten der ausgebrochene Felsblock mit zahlreichen lockerem Gestein.

Foto 3: Die rote Linie ist die neue Variante und führt über eine 5 Meter hohe Wand am Block vorbei. Die blaue Linie ist die alte, jetzt blockierte Variante.

“Kramer Sattel” – mein Lieblingsberg

Endlich fand ich Zeit um auf meinen Lieblingsberg den “Kramer Sattel” zu wandern. Am Sonntag, bei herrlichem Wanderwetter startete ich um 9.00 Uhr von der Aualm, wanderte hinauf zur Hofpürglhütte und weiter über den Linzer Steig bis  zur Abzweigung zum Kramer Sattel. Am Weg zur Hofpürglhütte genoss ich die herrliche Alpenflora. Ein Fotograf aus unserem Nachbarort Ramsau erzählte mir, dass weit und breit die herrlichste Alpenflora im Gebiet der Aualm zu finden ist. Jedes Jahr so Mitte/Ende Juni macht er sich auf den Weg in die Aualm und fotografiert Blumen. An die 70 verschiedene Blumensorten hat er gezählt.  Ich kann dem nur zustimmen, ich wandere gerne und komme hin und wieder in andere Gebiete – aber so eine vielfältige Alpenflora findet man nur hier.

Von der Hofpürglhütte ging ich weiter unterhalb des Klettergartens den Linzersteig entlang, bis ich nach der Abzweigung Steigl Pass zur Abzweigung “Kramer Sattel” kam. Ich überquerte ein kleines Schneefeld, und zwei ausgewaschene Gräben auf einmal hörte ich ober mir das Geräusch von herabfallenden Steinen. Ich schaute etwas ängstlich und angestrengt nach oben, nach einiger Zeit entdeckte ich in einem Geröllfeld eine kleine Gruppe Gämsen die über das Geröllfeld huschten und den Steinschlag auslösten. Gott sei Dank war ich weit entfernt und es bestand für mich keine Gefahr von den Steinen getroffen zu werden.

Fasziniert beobachtete ich die Gruppe Gämsen, die herumhüpften als wären sie auf einem Spielplatz. Nach kurzer Rast wanderte ich weiter,  immer wieder hörte ich das Pfeifen von Murmeltieren. So sehr ich mich auch bemühte, ich konnte kein Murmeltier sehen, hörte nur ihre Warnpfiffe. Den Wandersteig hinauf zum Kramersattel säumen Enziane, Almrausch, Kuhschelle  und viele andere  kleine Blumen die ich nicht namentlich kenne. Jeder Kräuterhexe schlägt das Herz  am Kramersattel höher - Silber- und Frauenmantel in Hülle und Fülle, bestimmt noch jede Menge andere Bergkräuter säumen den Weg - ich kenne sie leider nicht. Irgendwann beschäftige ich mich mit der Kräuterkunde, denn es heißt nicht umsonst “Jedem Wehwechen ist ein Kraut gewachsen”.

Nach rund 2 Stunden Gehzeit komme ich am Kramersattel an. Jedes Mal ist es wieder ein Erlebnis wenn man den Rücken entlang geht und auf einmal der hintere Gosausee tief unten auftaucht. Ruhig in tiefgrüner Farbe, umgeben vom Lärchenwald liegt er dort unten.

Ich suche mir ein windstilles Platzerl und packe meine Jause aus. Es gibt nichts Schöneres wie dieses Fleckerl Erde, so empfinde ich es immer wieder hier heroben. Die Sicht auf den Gosaugletscher mit Adamekhütte, Torstein, Hochkesselkopf, Gosaukamm und Bischofsmütze ist wunderbar. Was mir jedoch am meisten hier heroben gefällt, ist die Stille. Nur wenige Wanderer verirren sich auf den Kramersattel. Der Weg ist nicht markiert und nur wer den Weg kennt, findet hier hoch.

Vor einigen Jahren war ich mit einer Freundin hier heroben am Kramer Sattel, wir lagen in der Sonne auf einmal tauchte ganz majestätisch in 50 m Entfernung ein Steinbock auf. Neugierig beobachtete er uns und wir ihn, er lies sich durch uns keineswegs stören. Legte sich hin und machte in Sichtweite von uns ebenfalls sein Mittagsschlaferl. Das war bis jetzt das schönste Erlebnis am Kramersattel. Ich dachte Steinböcke sind scheue Tiere, aber ein Jäger klärte mich auf, dass Steinböcke sehr neugierige Tiere sind und nicht so scheu.

Nach ca. 1 Stunde Rast mache ich mich auf den Rückweg. Beim Hinuntergehen wechselte unter mir ein stattlicher Gamsbock von einer Seite zur anderen und querte meinen Weg. Kurz vor der Hofpürglhütte beobachtete ich im Klettergarten mehrere Gruppen Kletterer, die die verschiedensten Routen ausprobierten. Der “Klettergarten Hofpürglhütte” ist einer der größten und best ausgebautesten Klettergärten Österreichs. Viele Kletterer nutzen den Klettergarten zum Trainieren.

Bei der Hofpürglhütte kehrte ich dieses Mal nicht ein. Ich ging bis zur Kirchgasshütte/Aualm hinunter und dort empfing mich “Justi und Lilli”, die beiden jungen Sennerinnen, die heuer das erste Jahr auf der Aualm sind. Einige Einheimische traf ich auf der Aualm und bei Frichkäse mit Tomaten, Balsamico Essig und Olivenöl lies ich es mir gut gehen. Als  süssen Abschluß noch ein Kaffee und einen Krapfen – einfach herrlich.

Ich habe diesen Sonntag sehr genossen und mir Kraft für eine Arbeitswoche geholt. Wenn Sie etwas Kondition haben und trittsicher sind, empfehle ich Ihnen den Kramer Sattel. Nehmen Sie sich jedoch einen Wanderführer, da der Weg nicht markiert ist. Coen und Martin von ”Filzmoos Aktiv”  gehen gerne mit Ihnen hinauf. Ungefähr alle 2 Wochen ist der Kramer Sattel auch im Wanderprogramm von “Filzmoos Aktiv”.

Vielleicht treffen wir uns einmal am Kramer Sattel

Ihre

Eva Salchegger

Auf den nachfolgenden Fotos sehen Sie den tiefblauen kleinen Enzian, Almrausch (Alpenrosen) mit Hintergrund Bischofsmütze, und einen Steinbock, den ich dieses Mal leider nicht am Kramer Sattel gesehen habe.

 

enzian

mutzealmrausch

steinbock

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